Humanismus und Ethikunterricht

(HAD) Die vorliegende Thesensammlung von Horst Groschopp behandelt ein grundsätzliches konzeptionelles Problem säkularer Organisationen und ihrer Politik. Da ist zum einen das Verhältnis von neutralem Ethikunterricht zu einem Humanismus als allgemeiner Kultursicht und zum anderen das Verhältnis zu einem dezidiert weltanschaulichen Humanismus wie ihn z. B. der HVD vertritt. Ausgangspunkt des Textes ist die besondere Berliner Schulsituation: Hier ist Ethikunterricht Pflichtfach für alle Schüler ab 7. Klasse und zusätzlich gibt es einen freiwilligen Religions- und Weltanschauungsunterrichtin Verantwortung der Religionsgesellschaften und Weltanschauungsgemeinschaften. Der Humanismusunterricht („Humanistische Lebenskunde“) des Humanistischen Verbandes Deutschlands, Landesverband Berlin (HVD) ist mit 50.000 Kindern gut besucht. Der HVD ist der einzige Anbieter einer Weltanschauung an Berliner Schulen.

Doch das Problem reicht über Berlin und Schulen weit hinaus. Es stellt sich auch an anderen Orten (Humanistische Schule in Bremen und Nürnberg). Darüber hinaus berührt das Problem das Verhältnis von säkularen Angeboten allgemein auch in anderen Bereichen (Humanistische Kitas, Hospize usw.) zu den Angeboten weltanschaulich humanistisch gebundener bzw. religiös orientierter Angebote (in Alternative zu christlichen, jüdischen, muslimischen usw.).

Die Frage lässt sich sogar dahingehend zuspitzen: Kann ein wissenschaftlicher Unterricht überhaupt bestimmte Werte und Normen vermitteln oder kann (darf) er nur abstrakt-reflektierend einführen, also über Werte und Normen berichten. Wenn in solchem „neutralen“ Ethikunterricht Werte vermittelt werden, woher werden sie genommen, aus welchen Religionen bzw. Weltanschauungen?
Wenn dem so ist, wofür sollten säkulare Verbände, zumindest diejenigen, die sich humanistisch verstehen, eintreten?

Der vollständige Text findet sich hier als PDF.