Konfessionslosigkeit und Bekenntnis zum praktischen Humanismus

(HAD) Der Autor, Frieder Otto Wolf, geht im Anschluss an sein Buch Humanismus für das 21. Jahrhundert einigen aktuellen Streitfragen des humanistischen Selbstverständnisses nach. Er will exemplarisch nachvollziehbar machen, zu was es gut sein kann, sein Selbstverständnis sorgfaltig zu artikulieren und von einem konfessionellen „Bekenntnis“ zu unterscheiden.

Die herrschende Konfessionsverfassung nötige den organisierten Humanismus gerade, sich eine „möglichst komplette Weltanschauung" zu verschaffen. „Dem können und sollten wir aber widerstehen“.
Aus dieser These folgert der Autor Politisches zur Staat-Kirche-Trennung. Die zuspitzende Problemformulierung, entweder die Abschaffung der Privilegien zu fordern oder aber stattdessen die Gleichbehandlung im Privileg, sei zurückzuweisen. Dies wird im Text begründet.
Dann geht Wolf darauf ein, wie sich Religionskritik und Bündnisse mit religiösen Menschen vertragen. Bündniserfordernisse verlangten keineswegs, kritische Einsichten über Religion und Kirchen zu vergessen – „ohnehin können wir in unserer Kirchen- und Religionskritik meistens noch eine ganze Menge an Zuspitzung und Konkretion von den Insidern lernen.“
Abschließend wird die Eingangsfrage noch einmal aufgegriffen, warum die humanistische Weltanschauung zwar entschieden sein solle, aber „allzu vollständige Weltanschauungen“ zu vermeiden seien. Um diese Haltung klar zu artikulieren, müsse auch terminologisch gearbeitet werden, auch hinsichtlich der Begriffe „Konfession“ und „Bekenntnis“.

Der vollständige Text findet sich hier als pdf.

Der Autor Prof. Dr. Frieder Otto Wolf, Philosoph, geb. 1943, Honorarprofessor für Philosophie an der Freien Universität Berlin; Präsident der Humanistischen Akademie Deutschland (seit ihrer Gründung 2007), Vizepräsident des Humanistischen Verbandes Deutschlands (seit 2003; z. Z. amtierender Präsident), Vorsitzender des Koordinierungsrates Säkularer Organisationen (seit der Gründung 2008); 1994-1999 MdEP;  zahlreiche Veröffentlichungen zur politischen Philosophie, zur Epistemologie der Gesellschaftswissenschaften und zur Humanistik, z. B. Radikale Philosophie (2002), Humanismus für das 21. Jahrhundert (2008); Mitarbeit am Historisch-Kritischen Wörterbuch des Marxismus (seit 1993); vgl. www.friederottowolf.de