Gewaltlosigkeit als humanistisches Prinzip?

stillgestanden; Quelle: Gemen64/pixelio.de

Der deutsche Bundestag hat mit großer Mehrheit einem Bundeswehreinsatz in Syrien zugestimmt. Auf humanismus aktuell ist dazu der Artikel Die Spirale der Gewalt erschienen.

Der Autor André Kamphaus, Lehrbeauftragter an der Universität Bielefeld im Fachbereich Philosophie, kritisiert den Militäreinsatz gegen den sogenannten Islamischen Staat und die deutsche Beteiligung.

Sein Plädoyer für Gewaltlosigkeit mag angesichts der terroristischen Brutalität in Syrien, Irak, Frankreich und vielen anderen Ländern merkwürdig erscheinen.

Aber Gewaltlosigkeit ist eben kein Nichtstun. Die Situation der Araber und Muslime hat den Westen in der Vergangenheit wenig interessiert. Es gibt die Chance, dies zu ändern, um nicht erneut die Legitimationsmärchen der Terroristen zu bedienen. Mit einer Kultur der Aufnahme von Flüchtlingen, die zeigt, dass auch die Würde und Sicherheit der anderen zählt, und deren Willkommende dies auch dorthin zurückmelden, wo nur die „Dekadenz des Westens“ propagiert wird. Vor allem aber mit einer politischen und finanziellen Unterstützung der Fluchtländer zur Verbesserung der dortigen Lebensbedingungen.

Es wäre diese eine Form der humanistischen Solidarität mit den weniger betuchten und weniger mächtigen dieser Welt, eine wirkliche Reaktion auf terroristische Attentate. Viele Flüchtlinge fliehen vor einer Realität, in der solche Attentate wie in Paris nicht Ausnahmeerscheinungen – wie in Europa – sondern weitaus alltäglicher sind.

Ralf Schöppner