Ostdeutscher Volksatheismus
Am 26. Mail 2010 hat der Kulturwissenschaftler Horst Groschopp im Rahmen der „Kulturdebatte / Bausteine ostdeutscher Kulturgeschichte“, einer öffentlichen Diskussionsreihe der KulturInitiative’89 (unterstützt von „Helle Panke“ und „Rohnstock-Biografien“) dargelegt, warum der „Volksatheismus“ als ein wesentliches Merkmal der DDR-Kulturgeschichte anzusehen ist. Um die Debatte über diese anhaltende ostdeutsche Eigenheit in Gang zu halten, wurde der Vortrag vom Veranstalter in die Online-Zeitschrift „Kulturation“ eingestellt.
Im Vortrag wird gefragt, ob nicht vielleicht das Vorhandensein dieses „ostdeutschen Volksatheismus“ die eigentliche Antwort auf die Frage darstellt, was von der DDR kulturell geblieben ist und die Welt verwundert. Alle Missionsversuche seit 1990, mit viel Aufwand betrieben, hatten den gegenteiligen Effekt: Die humanistische Variante des Atheismus als „Lebensanschauung“ in der Bevölkerung wächst weiter. Muslime kommen nicht vor. Zum aktuellen Atheismus in seinen „Lebensformen“ werden einige Befunde mitgeteilt und es wird auf die Historie der DDR-Spezialität des „geglaubten Unglaubens“ verwiesen – Atheismus im Realsozialismus.

