Dancing the Sarrazin?
(HAD) Die „Sarrazin-Debatte“ ist nicht nur ein Streit über eine provozierende Person, die noch immer ziemlich oben in der gesellschaftlichen Hierarchie steht, also auch ein Eliten-Diskurs ist. Jetzt bemühen sich Bundesbank, Regierung, SPD und Bundespräsident um Degradierung. Doch was bedeuten die Inhalte der Debatte für den organisierten Humanismus? Dazu ein Kommentar von Frieder Otto Wolf.
Wolf stellt fest, dass sich auch HumanistInnen nicht um die Sarrazin-Debatte herumdrücken können. Die öffentliche Verurteilung des Autors Sarrazin sei bedauerlicherweise kein Grund, die Debatte über seine Thesen von Seiten des organisierten Humanismus zu ignorieren. In seinen immer wieder vorgetragenen und in dieser Hinsicht gar nicht missverständlichen Thesen betreibe Sarrazin erstens eine weltanschauliche Auswertung wissenschaftlicher Forschung, die kognitiv und normativ mangelhaft sei; zweitens praktiziere Sarrazin eine Art von „Religionskritik“, an der sich exemplarisch zeigen lässt, wie eine rational akzeptable Religionskritik gerade nicht sein soll; und drittens berühren diese Thesen ganz grundsätzlich die Art und Weise, wie unsere Gesellschaft – Deutschland, der Adressat seines Buches „Deutschland schafft sich ab“ – über Menschen denkt und spricht, und zwar in einer nicht hinnehmbaren Manier.
In seinem Text für humanismus aktuell online legt Wolf seine Anwürfe ausführlich dar. Den Text finden Sie hier als PDF.

